BioDivMeter 2025

Mit dem Ziel, die Sichtbarkeit der Biodiversität und das Engagement der Förderstiftungen zu erhöhen, wurde der BioDivMeter 2022 lanciert. Nach einer zweijährigen Pilot-phase (2022-2023) wird der BioDivMeter nun weitergeführt. Der BioDivMeter bildet einen Teil des Engagements für Biodiversität im Schweizer Stiftungssektor ab, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ermöglicht dennoch interessante Aussagen.

BioDivMeter_2025_Übersicht_DE_neu

Ziel

Der BioDivMeter verfolgt nebst der Erhöhung der Sicht-barkeit der Biodiversität weitere Ziele: Biodiversitätsför-dernde Stiftungen werden vernetzt, Projektverantwortliche erhalten zusätzliche Informationen über mögliche Förder-partner und die Öffentlichkeit erhält einen Einblick in die Biodiversitätsförderung. Dazu wurden von den teilneh-menden Stiftungen Kennzahlen zu den geförderten Biodiversitätsprojekten gesammelt.

Ergebnis

11 Stiftungen haben 2025 am BioDivMeter teilgenommen und mit knapp CHF 7 Mio. Biodiversitätsprojekte im In- und Ausland gefördert. Davon wurden CHF 0.8 Mio. im Ausland investiert. Rund drei Viertel der erhobenen Projekte bein-halten zu einem wesentlichen Teil Massnahmen für die Biodiversitätsförderung. Diese werden im Folgenden als Projekte mit direkter Wirkung beschrieben. Die restlichen Projekte haben eine indirekte Wirkung auf die Biodiversität. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die CHF 6.18 Mio., welche in der Schweiz in 112 Projekte investiert wurden. Die Grafiken zeigen jeweils den Anteil der direkten und indirekten Wirkung. Im Ausland geförderte Projekte werden nicht weiter ausgeführt.

Grafik_Stiftungen_Logos_DE

*Am BioDivMeter nahmen insgesamt 11 Stiftungen teil, darunter eine Stiftung anonym

Auswertung

Hauptmethode

Bei der Evaluation der Hauptmethode zeigt sich, dass direkte Schutz- und Fördermassnahmen mit knapp 48% der Förder-gelder (CHF 2.9 Mio.) den mit Abstand grössten Beitrag zur Wirkung auf die Biodiversität leisten. Projekte in den Berei-chen Forschung und Sensibilisierung trugen hingegen sowohl indirekt als auch direkt zur Biodiversität bei. Auffallend ist zudem, dass Advocacy in diesem Jahr bei keinem Projekt die Hauptmethode war. Dies spiegelt sich ebenfalls in der zweiten Grafik wider. Hierbei zeigt sich, dass Sensibilisierung oftmals auch als weitere Methode verwendet wird, während Forschung und Advocacy eine untergeordnete Rolle spielen.

Grafik DE_Verteilung Fördersumme nach der Hauptmethode
Grafik DE_Anzahl Projekte pro Methode

Lebensraum

Erstaunlich ist, dass der urbane Raum und Verkehrsanlagen zusammen mit dem Agrar- und Kulturland am stärksten gefördert wurden. Dies unterstreicht den zunehmenden Druck auf die Lebensräume in der Schweiz und die Notwen-digkeit, die Biodiversität auch im urbanen Raum gezielt zu stärken. Wälder und Gewässer folgen an zweiter Stelle, wobei Projekte im Bereich Gewässer vor allem indirekt zur Biodiversität beitragen (bspw. Forschung). Demgegenüber fanden der alpine und subalpine Raum sowie der Boden und das Erdreich deutlich weniger Beachtung.

Grafik DE_Verteilung Fördersumme nach dem Lebensraum

Schlussfolgerungen

Der BioDivMeter wird 2025 zum dritten Mal veröffentlicht. Während 2023 noch 9 Stiftungen mit einem Fördervolumen von 2.5 Millionen beteiligt waren, sind es dieses Jahr 11 Stiftungen mit knapp 7 Millionen. Ziel ist es, weitere Stiftungen zu gewinnen, um ein möglichst vollständiges Bild der Biodiversitätsförderung abbilden zu können.

Der SCNAT-Bericht Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten (Vol. 21, Nr. 1, 2026) zeigt, dass der Druck auf die Biodiversität im Landwirtschaftsgebiet, im Siedlungsraum und bei den Gewässern am grössten ist. Entsprechend fliessen bereits viele Stiftungsgelder in diese Lebensräume. Während Feuchtlebensräume oft noch indirekt (z.B. über Forschung) gefördert werden, unterstützen Stiftungen im Agrarland und im urbanen Raum bereits zahlreiche Projekte mit direkter Wirkung auf die Biodiversität.

Die Biodiversität im Schweizer Wald zeigt ein gemischtes Bild. Im Bergwald nehmen die waldbaulichen Eingriffe tendenziell ab, was die natürliche Dynamik und damit die Biodiversität fördert. So investieren Stiftungen im alpinen und subalpinen Raum vergleichsweise wenig. Gleichzeitig ist dieser Lebensraum stark vom Klimawandel betroffen, weshalb laut Bericht ein erhöhter Handlungsbedarf besteht. Natürliche Prozesse, mehr Altholz, stärkere ökologische Förderung und vielfältige extensive Nutzungsformen sind entscheidend für resilientere Wälder. Der Boden wird im SCNAT-Bericht nicht separat behandelt, wodurch ein direkter Vergleich erschwert ist. Insgesamt leisten Stiftungen bereits einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Dieses Engagement sollte jedoch fortgeführt und möglichst ausgebaut werden.

Appell

Der BioDivMeter kann nur einen Teil des Engagements für die Biodiversität in der Schweiz (und im Ausland) abbilden. Die teilnehmenden Stiftungen würden sich freuen, wenn noch weitere Stiftungen ihr Engagement für die Biodiversität im BioDivMeter abbilden würden. Stiftungen, die keine Daten teilen können, aber Interesse am Austausch zur Biodiversitätsförderung haben, können gerne der BioDivCommunity beitreten.

 

BioDivMeter 2025