Neue Wissensprodukte aus dem Moving Governance Programm

Im Rahmen des Moving Governance Programms hat Helvetas drei neue Wissensprodukte veröffentlicht. Die Publikationen greifen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und Kontexten auf und zeigen, wie Governance-Prozesse inklusiver, partizipativer und widerstandsfähiger gestaltet werden können. 

1) Inspirierende Erfahrungen: Wasser, Gleichstellung und Governance  

Wasser verbindet Gemeinschaften, Gebiete und Kulturen miteinander. Gleichzeitig stellt der Zugang zu und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser viele Regionen vor grosse Herausforderungen, nicht zuletzt, weil diese Aufgaben transparente Prozesse unter Einbezug aller Ansprechgruppen voraussetzen. 

Helvetas beleuchtet in der Publikation Inspirierende Erfahrungen: Wasser, Gleichstellung und Governance anhand von Erfahrungen aus Bolivien, Guatemala, Honduras und Peru unterschiedliche Ansätze für eine nachhaltige und inklusive Wasserbewirtschaftung. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Wasser-Governance-Modelle, wirksame Ansätze für Lernen und Verhaltensänderungen sowie ökoeffiziente Technologien und naturbasierte Lösungen. 

Die Erfahrungen verdeutlichen, dass Wasserbewirtschaftung weit über technische Lösungen hinausgeht. Die vorgestellten Ansätze tragen dazu bei, soziale Gerechtigkeit zu fördern, geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern und Ökosysteme zu stärken. Entscheidend sind dabei die Beteiligung lokaler Gemeinschaften, der Einbezug unterschiedlicher Perspektiven und Lösungen, die an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst sind. 

 Den vollständigen Bericht finden Sie hier: Inspirierende Erfahrungen: Wasser, Gleichstellung und Governance. 

2) Schrumpfende zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume, lauter werdende Stimmen: Handlungsansätze aus der Praxis 

In vielen Teilen der Welt geraten zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume zunehmend unter Druck. Die Publikation Schrumpfende zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume, lauter werdende Stimmen: Handlungsansätze aus der Praxis beleuchtet anhand von Erfahrungen aus Nepal sowie Bosnien und Herzegowina, wie zivilgesellschaftliche Akteure auf eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten reagieren und neue Formen der Beteiligung und Zusammenarbeit schaffen.  

In Nepal zeigt das Provincial Support Program (PSP), wie sich junge Menschen über Online-Plattformen organisieren, politische Anliegen diskutieren und sich für gemeinsame Aktionen mobilisieren. Das Projekt ProActive Citizens (PRAGG) in Bosnien und Herzegowina stärkt durch den Aufbau von Vertrauen und die Förderung von Zusammenarbeit die Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure und fördert die Kooperation zwischen Bürger:innen, Organisationen und öffentlichen Institutionen. 

Die Beispiele verdeutlichen, dass die Stärkung von zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume nicht nur den Schutz bestehender Räume für Engagement bedeutet. Insbesondere in restriktiven Kontexten können die Stärkung lokaler Akteure und neue Formen der Zusammenarbeit dazu beitragen, Eigeninitiative, Beteiligung und lokale Handlungsfähigkeit langfristig zu fördern. 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier: Shrinking Civic Space, Amplifying Voices: Responses in Practice. 

Moving Gov Shrinking Civic Space (1)

Bild: Gen-Z Proteste in Chitwan, Nepal, CC0, via Wikimedia Commons 

3) Von digitalen Tools zu inklusiver Governance: Erfahrungen aus Tansania und Äthiopien 

Digitale Technologien bieten neue Möglichkeiten, lokale Governance-Prozesse und öffentliche Dienstleistungen zu stärken. Das Wissensprodukt Von digitalen Tools zu inklusiver Governance: Praktische Erkenntnisse aus Tansania und Äthiopien zeigt, wie digitale Ansätze dazu beitragen können, öffentliche Institutionen responsiver, partizipativer, transparenter und rechenschaftspflichtiger zu gestalten. 

Die Beispiele aus Tansania und Äthiopien verdeutlichen, auf welche unterschiedlichen Weisen digitale Technologien zu einer inklusiven Regierungsführung beitragen können. In Tansania zeigt das Projekt Inclusive Cities for Nutrition (IC4N), wie digitale Technologien eine evidenzbasiertere Planung und Entscheidungsfindung unterstützen können. Mithilfe von Geographic Information System (GIS)-Mapping werden beispielsweise lokale Ernährungssysteme sichtbar gemacht und Erkenntnisse für die Stadtplanung gewonnen, während digitale Instrumente zur Datenerhebung Monitoring und Rechenschaftspflicht stärken. In Äthiopien unterstützt das Amhara Local Governance Project (ALGP+) lokale Institutionen nach einem Konflikt beim Wiederaufbau von Wissen und administrativen Strukturen. Durch digitale Infrastruktur, Schulungen und die sichere Speicherung wichtiger Dokumente können Informationen langfristig zugänglich bleiben, während gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit öffentlicher Institutionen gestärkt wird.

Die Erfahrungen zeigen jedoch auch, dass Technologie allein nicht automatisch zu besserer Governance führt. Ihr Potenzial entfaltet sich insbesondere dann, wenn digitale Ansätze in bestehende institutionelle Prozesse eingebettet und mit der Stärkung von Institutionen sowie der Beteiligung der Zivilgesellschaft verbunden werden. 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier: Von digitalen Tools zu inklusiver Governance: Erfahrungen aus Tansania und Äthiopien. 

Gemeinsames Lernen über Kontexte hinweg  

Ob Wasser-Governance, zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume oder digitale Governance: Die drei Wissensprodukte zeigen, wie wichtig es ist, Erfahrungen aus unterschiedlichen lokalen Kontexten systematisch festzuhalten, für andere zugänglich zu machen und daraus über Projekte, Themen und Länder hinweg zu lernen. 

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